Reise blog von Travellerspoint

Sakura und Furoshiki

April 2009

rain 10 °C

Zwei Dinge, deren Gemeinsamkeit sich darin erschöpft, dass sie typisch Japanisch sind: Sakura, die Kirschblüte - und damit verbunden Hanami (Blütenschauen) und Enkai (Parties) - und Furoshiki, dazu gleich mehr.

Also zunächst zur Sakura, wie versprochen, ein paar fotografische Eindrücke, hier vom 25.3. am Kamo-Fluss. Wenn sich das Wetter bessert - es ist kühl und regnet-, werde ich aber nochmal aufbrechen und Nachschub liefern.
KyotoTower.jpgAllee.jpg

Zu Furoshiki: Es ist eine besondere Art ein Stück Stoff zu knoten, um Dinge zu transportieren oder zu verpacken.

Wörtlich übersetzt heißt es in etwa "(Tuch, das) im Bad ausgebreitet (wird)"; "furo" steht für "Bad" und "shiki" kommt von "shiku" und heißt "ausbreiten".

In Japan gab und gibt es nämlich viele öffentliche Bäder. Früher hatte nicht jeder ein eigenes Bad, deshalb die öffentlichen Badhäuser, die auch heute noch beliebt sind: Das 40 Grad heiße Wasser wirkt sehr entspannend.

Natürlich ging (und geht) man nackt ins Bad. Spätestens seit der Edo-Zeit (ab ca. 1600) wurde die Kleidung (sowie ein Handtuch und Badeutensilien) in ein Tuch gewickelt, das dann verknotet wurde; beim Verlassen des Beckens diente das auf dem Boden ausgebreitete Tuch zum Ankleiden - das (Wort) "Furoshiki" war geboren.

Das Furoshiki hat sich mit der Zeit zu einer typisch japanischen Kunstform entwickelt. Die Tücher - meist aus Seide oder Baumwolle - sind mit schönen Motiven bedruckt und werden - je nach Verwendungszweck - kunstvoll geknotet.

Am Samstag habe ich mir zwei Stoffe gekauft und zwei Taschen geknotet. Man kann auch Ringe als Henkel mit verknoten. Welche Tasche gefällt euch den besser?
Furoshiki_001.jpgFuroshiki_002.jpg

Mich fasziniert aber vor allem die "Philosophie" hinter Furoshiki:

Ein einziges Tuch passt sich vielen Zwecken an, je nach dem, wie man es gerade benötigt. Man genügt sich mit dem Stück Stoff, das man zur Verfügung hat.

Außerdem kann es öfter verwendet werden und entspricht daher dem Konzept des "mottainai". Der japanische Ausdruck "mottainai" heißt "Was für eine Verschwendung". Wer "mottainai" sagt, bedauert eine Verschwendung und soll gleichzeitg ausdrücken, wie wichtig es ist, Verschwendung zu vermeiden.

Furoshiki ist somit auch noch umweltfreundlich:-)

Eingestellt von Fujikata 14:00 Archiviert in Japan Tagged living_abroad

Versende diesen EintragFacebookStumbleUpon

Inhalt

Schreibe als Erster einen Kommentar dazu.

Sie müssen angemeldet Mitglied der Travellerspoint um Kommentare diesem Blog.

Enter your Travellerspoint login details below

( What's this? )

Wenn Sie noch nicht Mitglied sind von Travellerspoint, werden Sie Mitglied kostenlos.

Join Travellerspoint